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Grüne Tomaten

Grüne Tomaten

Gundelfingen, 8.10.2019: Vielleicht kennen Sie das auch: Sie kommen vom Urlaub nach Hause und - kaum begonnen - neigt sich die Tomatensaison schon wieder dem Ende zu. Die Tage werden immer kürzer, ihre grünen Tomaten auf dem Balkon wollen einfach nicht mehr rot werden und in den Supermärkten stapeln sich die Lebkuchen als ob es keinen Herbst mehr gäbe. Doch wir haben drei wirklich gute Nachrichten für sie!

Erstens: Sie sind nicht allein! Zugegeben, dass die Tomatensaison unbedingt auf die Sommerferien fallen muss ist von Natur aus ungeschickt. Das geht jedoch vielen ähnlich und die erholsamen Urlaubstage dürften ausreichend entschädigen.
Zweitens: Es gibt ihn noch, den Herbst! Dass im September keiner Lust auf Lebkuchen hat, sich die Regale aber dennoch biegen, ist ein großes Mysterium des Einzelhandels. Doch zwischen den letzten Tomaten und dem ersten Advent erstreckt sich eine Zeit der Fülle: endlich gibt es wieder Blumenkohl, Brokkoli, Rosenkohl, Rotkohl, Sauerkraut, Spinat, Feldsalat, Asiasalat, Endivie, Radiccio, Kohlrüben, „Mairüben“, Winterrettich, Wurzelpetersilie, Gelbe Bete, Kürbis, Vulkanspargel, Rucola und vieles mehr!
Und Drittens: Es gibt viele leckere Rezepte für grüne Tomaten! Grüne Tomaten zum Ende der Saison sind ein weltweit auftretendes Phänomen, dem auf verschiedene Weise begegnet wird. Am Klosterhof ernten wir die grünen Tomaten und lassen sie an einem dunklen Ort nachreifen, um auch im September noch eigene Tomaten anbieten zu können. In anderen Ländern ist es jedoch ebenso Gang und Gäbe, die grünen Tomaten direkt zu verarbeiten. Vor allem in den Südstaaten der USA ist der Verzehr grüner Tomaten eine Selbstverständlichkeit mit langer Tradition. Doch auch in in anderen Ländern wie Österreich, Griechenland, Russland, in Osteuropa und arabisch sprechenden Staaten verarbeiten die Menschen grüne Tomaten zu Delikatessen. Über Generationen sind schmackhafte Rezepte für eingelegte, fritierte und gebackene grüne Tomaten, Eintöpfe, Chutneys, Relish, Marmelade und vieles mehr entstanden.

Die gebürtige US-Amerikanerin Katrin Dohse, Köchin beim Café Pausenraum in Freiburg-Zähringen, hat viel Erfahrung mit der Verwendung grüner Tomaten. Das folgende Rezept aus ihrer Heimat wird üblicherweise mit Gemüse zubereitet, das gegen Ende der Saison im Garten zu finden ist. Wichtig ist lediglich das Verhältnis zwischen Gemüse (4,5 kg), Essig (600ml) und Zucker (300g). Es passt gut zu allen Gerichten, zu denen auch Senfgurken oder Sauerkraut passen würden.

Doch sind grüne Tomaten nicht giftig? Wie immer kommt es auf die Dosis an. Tomaten enthalten giftige Solanum-Alkaloide. Diese sekundären Pflanzenstoffe dienen der Pflanze als Schutz vor Schädlingen und Krankheitserregern. Unreife, komplett grüne Tomaten enthalten am meisten, nämlich zwischen 9-32 mg Alkaloid/100 g Tomaten. Von den unreifen Tomaten wiederum enthalten kleine, harte, unausgewachsene Früchte am meisten Alkaloid pro Gewicht, sie können dann sogar leicht bitter schmecken. Deutlich weniger Alkaloid pro Gewicht enthalten ausgewachsene, größere grüne Tomaten. Wir gehen aus Sicherheitsgründen im Folgenden von dem ungünstigsten Wert von 32 mg Alkaloid/100 g Tomaten aus.
Erste Vergiftungserscheinungen wie Magenbeschwerden, Durchfall und Benommenheit treten ab 1 mg Alkaloid/kg Körpergewicht auf, das wären bei einem 60 kg schweren Erwachsenen 60 mg. Den ungünstigsten Wert von 32 mg Alkaloid/100 g Tomaten angenommen müsste ein Erwachsener knapp 200 g komplett grüner Tomaten verzehren, um erste Vergiftungserscheinungen zu bemerken. Lebensgefährlich wird es ab 3 mg Alkaloid/kg Körpergewicht, für unseren 60 kg schweren Erwachsenen wären das 180 mg. 32 mg Alkaloid/100 g Tomaten angenommen müsste ein Erwachsener knapp 600 g komplett grüne Tomaten verzehren, um sich lebensgefährlich zu vergiften.
Halbreife Tomaten hingegen, die sich bereits hellgrün bis gelblich verfärbt haben, enthalten nur noch 2 mg Alkaloid/100 g Tomate. Unser 60 kg schwerer Erwachsener müsste 3 kg davon verzehren, um erste Vergiftungserscheinungen zu bemerken und 9 kg, um sich lebensbedrohlich zu vergiften.
Auch reife Tomaten können noch bis zu 0,7 mg Alkaloid/100 g Tomate enthalten, unser Erwachsener müsste allerdings 8,5 kg davon verzehren, um erste Vergiftungserscheinungen zu bemerken und 25 kg um sich lebensgefärhlich zu vergiften.
Obwohl Solanin hitzebeständig und fettunlöslich ist, kann die Verarbeitung den Solaningehalt senken. Süß sauer eingelegte grüne Tomaten z.B. enthalten nur noch 90%, milchsauer eingelegte Tomaten nur noch 75% und Tomaten-Konfitüre nur noch 65% des ursprünglichen Alkaloid-Gehalts.

Fazit: Grüne Tomaten sind eine Delikatesse. Wer sich an sie heran traut entdeckt neue Esskulturen und Geschmäcker. In Deutschland haben wir wenig Erfahrung mit grünen Tomaten, in anderen Ländern hingegen werden beinahe so viel grüne wie rote Tomaten gegessen. Wie immer heißt es: die Dosis macht das Gift. Wer noch nie grüne Tomaten gegessen hat, sollte es langsam angehen lassen, um herauszufinden, wie empfindlich er oder sie auf die Alkaloide reagiert. Obigen Daten zufolge dürfte eine Portion von bis zu 100 g komplett grüner Tomaten für Erwachsene jedoch unbedenklich sein. Leicht angereifte oder halbreife Tomaten können sogar in größeren Mengen gegessen werden. Anders verhält es sich jedoch bei Kindern: für sie könnten je nach Körpergewicht schon unter 100 g grüne Tomaten gefährlich werden. Deshalb ist der Verzehr grüner Tomaten für Kindern nicht zu empfehlen.

 

Viel Spaß beim Ausprobieren und Einkochen wünscht ihr Klosterhof-Team!

 

PS: Wenn sie doch mehr auf Lebkuchen als auf grüne Tomaten stehen - in der Adventszeit haben wir handgemachte, mit Solarstrom gebackene Lebkuchen im Angebot. Etwas Geduld noch, es lohnt sich!

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Landwirtschaftspraktikum am Klosterhof

Landwirtschaftspraktikum am Klosterhof

 

Gundelfingen, 28.09.2019: Am Klosterhof bekommen wir Jahr für Jahr tatkräftige Unterstützung von Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Waldorfschulen aus der Region. Grund ist das dreiwöchige Landwirtschaftspraktikum, das in den neunten Klassen der Waldorfschulen vorgesehen ist. Es dient dazu, landwirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen und zu erleben. Darüber hinaus sollen unter anderem praktische Fertigkeiten erlernt und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gestärkt werden.

Am Klosterhof lernen die Praktikantinnen und Praktikanten den Alltag in einer Gemüsegärtnerei kennen. Sie schnuppern in die unterschiedlichen Bereiche hinein, je nach Saison vom Pflanzen, Ernten und Aufbereiten des Gemüses bis hin zum Verkauf auf dem Markt.

Exemplarisch für die vielen tollen Praktikantinnen und Praktikanten hier ein kleiner aber feiner Bericht unserer drei Praktikantinnen aus diesem Herbst – vielen Dank und alles Gute euch dreien!

Hallo! Wir sind drei 14 jährige Mädchen aus der Freien Waldorfschule Freiburg Rieselfeld, die auf dem Klosterhof ihr Landwirtschaftspraktikum gemacht haben! Wir haben viele neue Arbeiten kennen gelernt wie das Karotten ziehen oder das Kürbis waschen und noch vieles mehr! Die Arbeit war meistens sehr anstrengend, hat aber - trotz des Muskelkaters in der ersten Woche - viel Spaß gemacht! Wir haben Montags bis Freitags von 8-13 Uhr und 14-17 Uhr gearbeitet (natürlich mit ein paar Pausen dazwischen! :p ). Mittags gab es jeden Tag ein sehr leckeres Mittagessen (und immer vegetarisch)! Alles in Allem hat es uns sehr gut gefallen auf dem Klosterhof, wir haben das Leben und die Arbeit einer Gärtnerei kennen gelernt! Wir bedanken uns für die nette Gastfreundlichkeit von allen Mitarbeiter/innen des Klosterhofs!“

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Sonnenenergie vom Klosterhof

Sonnenenergie vom Klosterhof

Gundelfingen, 15.09.2019: Den Klosterhof in Gundelfingen gibt es bereits seit über 500 Jahren. Einst produzierte Familie Müller hier Wein und landwirtschaftliche Erzeugnisse für das Zisterzienserinnenkloster Rottenmünster bei Rottweil. Später versorgte sie Gundelfingen und Umgebung mit frischen landwirtschaftlichen Erzeugnissen wie Fleisch, Milch, Eiern, Getreide und Gemüse. In der großen, im Jahr 1966 gebauten Scheune wurden noch bis zur Umstellung zum Gemüsebaubetrieb Rinder und Schweine gehalten. Mit der Umstellung 1997 wurde die Scheune aufgrund der veränderten betrieblichen Anforderungen umgestaltet und dient bis heute als zentrales Gebäude für Lagerräume, Kühllager, Büro, Kommissionierplatz und Sozialraum.

Seit Sommer 2019 jedoch ist die Scheune nicht mehr nur Zentrum des Gemüsebaubetriebs, sondern gleichzeitig dessen Stromproduzent. Das 640 m² große Scheunendach dient schon seit Jahrzehnten zum Schutz vor zu starker Sonneneinstrahlung. Dank Solarmodulen der Firma Heckert aus Chemnitz kann die bisher ungenutzte Sonnenenergie nun genutzt werden, um die vier Kühllager, Backstube, Büro, Küche und kleinere Verbraucher mit Strom zu versorgen. Doch nicht nur das: die polykristallinen Solarzellen produzieren an guten Tagen so viel Strom, dass ein Großteil davon ins Stromnetz eingespeist werden kann.

Solaranlagen mit polykristallinen Solarzellen haben momentan übrigens eine energetische Amortisationszeit von ca. 30 Monaten. Das bedeutet, dass die Anlage nach ca. 30 Monaten so viel Energie erzeugt hat, wie für ihre Herstellung benötigt wurde. Der Erntefaktor hingegen gibt an, wie viel mehr Energie eine Anlage im Laufe ihres Lebens erzeugen kann als ihre Herstellung gekostet hat. Hier liegen Solaranlagen mit polykristallinen Solarzellen bei einem Erntefaktor von ca. 10. Mit anderen Worten: Solaranlagen erzeugen genug Strom, um einen Beitrag leisten zu können, uns von konventionellen Energiequellen unabhängig zu machen. Auch wenn viele Herausforderungen bleiben - Stromspeicherung, Stromverteilung, Ressourcenknappheit, sinnvolle Kombination regenerativer Energien etc. – wir hoffen, mit unserer Photovoltaikanlage am Klosterhof einen sinnvollen Beitrag zur Energiewende getan zu haben. Und ab sofort gilt also:

 

Bioland-Gemüse vom Klosterhof - frisch und solargekühlt!

...einfach cool!

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Wassermelonenschalen

Wassermelonenschalen

Gundelfingen, 07.08.2019: Endlich sind sie wieder da, doch nur für kurze Zeit: unsere Gundelfinger Wassermelonen! Die vielen Sonnenstunden haben ihnen gut getan, denn sie sind auch dieses Jahr wieder zuckersüß. Der ideale Durstlöscher für hochsommerliche Augusttage – probieren Sie ein Stückchen an einem unserer Marktstände und überzeugen Sie sich selbst.

Wussten Sie schon, dass auch die Schalen der Wassermelonen essbar sind? Lediglich die harte äußere Schale sollte mit einem Sparschäler entfernt werden, der Rest ist vielfältig verwendbar. Die grünweiße Schicht zwischen äußerer Schale und rotem Fruchtfleisch enthält noch einige wertvolle Inhaltsstoffe wie Antioxidantien und Citrullin, die zu schade sind für die Tonne. Der Klassiker sind Pickles, also herzhaft eingelegte Wassermelonenschalen. Darüber hinaus gibt es viele Rezepte für Marmeladen, Salate und Smoothies. Die Schalen können jedoch auch einfach als Gemüse gedünstet werden – genau wie das rote Fruchtfleisch, das kurz vor Ende der Kochzeit hinzugegeben eine herrlich süße und fruchtige Komponente in ihr sommerliches Gemüsegericht zaubert.

Viel Spaß beim Ausprobieren und einen guten Appetit wünscht ihr Klosterhof-Team!

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Wildkräutersalat

Wildkräutersalat

„Traue keinem Ort, an dem kein Unkraut wächst.“

Gundelfingen, 09.07.2019: Seit einigen Wochen bereichert ein bunter Wildkräutersalat unser Angebot Mittwochs auf dem Wiehre-Markt. Warum der nicht nur hübsch aussieht und spannend schmeckt, sondern auch äußerst gesund ist, erfahren sie in den folgenden Zeilen...

In einer jeden Gärtnerei gibt es einerseits die kultivierten Pflanzen, die für eine reiche Ernte gehegt und gepflegt werden müssen. Auf der anderen Seite sprießen auf jedem Acker auch Pflanzen, die ohne unser Zutun wachsen und gedeihen. Die Sichtweise entscheidet nun, ob es sich dabei um Unkräuter, Beikräuter, Wildkräuter, Blumen oder um Unterkünfte für Nützlinge handelt.

Am Klosterhof vertreten wir verschiedene Sichtweisen: Im kultivierten Beet sind wildwachsende Pflanzen ungewollt, sie konkurrieren mit unseren Kulturen um Nährstoffe, Wasser, Licht und Platz. Eine der Hauptaufgaben im ökologischen Gemüsebau ist daher die maschinelle und manuelle „Unkrautbekämpfung“ durch Abflammen, Hacken und Jäten.

Auf Leerbeeten, Ackerrändern und Blühstreifen wiederum nutzen wir die wild wachsenden Pflanzen als Unterkünfte für Nützlinge wie Marienkäfer, Schlupfwespen oder Bienen. Hier wägen wir wirtschaftlichen und ökologischen Nutzen ab, wenn möglich lassen wir die Pflanzen ausblühen.

Wollen wir aber einen gesunden und abwechslungsreichen Salat pflücken - dann sind wild wachsende Pflanzen wahre Schätze. Ihre Vielfalt an Geschmacksrichtungen, Blütenfarben und Konsistenzen ermöglichen uns faszinierende Salatkombinationen. Bei der Zusammenstellung des Wildkräutersalates achten wir auf eine ausgewogen milde Mischung, doch es sollte auch immer etwas Spannendes mit dabei sein: ein wenig bitter, etwas pelzig, ein bisschen rau. Haben sie beispielsweise schon einmal auf ein zart stacheliges Gänsedistelblatt gebissen? Oder pelziges Knopfkraut (Franzosenkraut) zwischen den Zähnen gehabt? Auch raue, nach Gurke schmeckende Borretschblätter oder Malvenspitzen voller gesunder Schleimstoffe sind ein echtes kulinarisches Abenteuer. Grundzutaten für unsere Wildkräutersalate sind jedoch andere, mildere Vertreter der Wildkräuter: nach Mais schmeckende Vogelmiere, knackiger Portulak, an Rucola erinnerndes Hirtentäschel oder die Vitaminbombe weißer Gänsefuß mit seinem mild würzigen Geschmack. Und das Auge isst mit, deshalb gibt es eine Garnitur feiner essbarer Blüten – je näher an Johanni desto üppiger.

Doch Wildkräuter schmecken nicht nur, sind interessant und sehen hübsch aus, sie haben es auch in sich. Betrachtet man vergleichende Tabellen über Mineralstoff- und Vitamingehalte sind Wildkräuter ihren kultivierten Verwandten weit überlegen. Ein Beispiel: Nach dem Verzehr eines Wildkräutersalats aus Vogelmiere, Knopfkraut und Löwenzahn hätten sie im Vergleich zum Verzehr der gleichen Menge Kopfsalat 2,5x mehr Kalium, 2x mehr Phosphor, 3,5x mehr Magnesium, 4,8x mehr Calcium, 7x mehr Eisen, 9x mehr Vitamin C und 3,5x mehr Beta Carotin zu sich genommen. Auch den Proteingehalt betreffend liegen die Wildkräuter vorne, allen voran Giersch, Brennessel und Malve, die z.T. 10 x so viel Reineiweiß enthalten wie Kopfsalat.

Wildkräuter gelten außerdem seit Jahrhunderten als Heilkräuter. Verantwortlich für ihre heilenden Wirkungen sind wertvolle Inhaltsstoffe, von denen viele zu den sekundären Pflanzenstoffen gehören, z.B. Glucosinolate, Flavonoide, Carotinoide, Saponine, Phytoöstrogene, Sulfide, Phytosterole, oder in andern Worten: Schleimstoffe, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Farbstoffe, Aromastoffe, Duftstoffe, Antioxidanzien. Die meisten bilden gesundheitsfördernde Wirkungen aus, sie senken z.B. das Risiko für Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wirken blutdrucksenkend, entzündungshemmend, antibiotisch, cholesterolsenkend oder antioxidativ.

Doch wie ist das denn nun auf dem Klosterhof, wenn uns Vogelmiere, Taubnessel & Co. begegnen? Sehen wir in ihnen "Unkräuter", "nützliche Wildkräuter" oder gar "Delikatessen"? Tja, das kommt wohl ganz darauf an WEN sie WANN fragen!

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Hoffest am Südhof

Hoffest am Südhof

Foto: www.suedhof.de
Flyer: http://www.suedhof.de
Foto: www.suedhof.de

Gundelfingen - 29.06.2019: Der Südhof in Denzlingen veranstaltet am Sonntag, 7. Juli 2019 von 11-18 Uhr ein großes Hoffest im Rahmen der Gläsernen Produktion. Geboten sind Hofführungen, Musik, Speis und Trank, Spiel und Spaß für Kinder, Ponyreiten, Straßenartist Andy Snatch, Wildbienenhausbau, Seildrehen und vieles weitere mehr...

Der Klosterhof Gundelfingen ist mit einer feinen Salatbar mit von der Partie, das Gemüse im Abo zeigt seine Elektro-Fahrradanhänger. Weitere Mitwirkende sind der NABU, Bioland, KOGL, Landwirtschaftsamt, Landratsamt Emmendingen, BLHV Denzlingen, Waldkindergarten Denzlingen, der Altvogtshof, die Bioland-Betriebe Michalski, Schambachhof, Käsekessele, Obstparadies Staufen, Gärtnerei Zipf, Imkerei Bührer, die Landfrauen Denzlingen, das ape-cafe, Bio-Eis von Bolleschlotzer und ein Tofu-Mobil der Life-Food GmbH.

Der Südhof ist unser wichtigster Obstproduzent (siehe: Über uns - Partner). Seit Jahrzehnten versorgt uns Familie Höfflin mit bestem Bioland-Obst für unsere Wochenmärkte. Im Gegenzug liefern wir frisches Gemüse für deren Marktstand am Stühlinger Bauernmarkt (Mi + Sa 8.00-13.00 Uhr) und den Hofladen (Di 15.30-19.00 Uhr + Fr 10.00-12.00 und 14.30-19.00 Uhr).

Der Südhof existiert bereits seit 1966, seit 1985 wird er nach Bioland-Richtlinien bewirtschaftet. Auf den über 20 ha wachsen hier 15 ha Äpfel, 3 ha Birnen, Zwetschgen, Süßkirschen, Nüsse und Heidelbeeren. Seit 2017 scharren zudem 130 Hühner unter den Obstbäumen nach Essbarem. Ihr mobiles Hühner-Hotel wird regelmäßig umgesetzt – es kann am Hoffest besichtigt werden.

Sie mögen Äpfel, Birnen, Zwetschgen und Kirschen? Versuchen Sie doch mal das Obst vom Südhof – Sie werden begeistert sein! Momentan besonders zu empfehlen sind die Apfelsorte Natyra, Südhof's Süßkirschen und schon bald die herrlich saftigen Zwetschgen! Wir freuen uns auf Sie, sei es an einem unserer Marktstände oder aber am Hoffest des Südhof – bis dann, ihr Klosterhof-Team!

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Endlich Frühkartoffeln

Endlich Frühkartoffeln

Gundelfingen, 11.06.2019: Das lange Warten hat Ende, unsere ersten Frühkartoffeln sind da! Die zarten Knollen konnten sich bei der diesjährigen Witterung optimal entwickeln und sind nun nach etwa 100 Tagen groß genug für die Ernte. Bei unseren Frühkartoffeln setzen wir auf die bewährten Sorten 'Solist' (vfk), 'Rosara' (vfk), 'Finka' (vfk) und 'Annabelle' (fk).

Als Frühkartoffeln bezeichnet man Kartoffeln, die vor dem 11. August geerntet werden. Damit es jedoch bereits Anfang Juni Frühkartoffeln geben kann muss die Vegetationsperiode künstlich verlängert werden. Die vorgekeimten und im März gesetzten Knollen werden deshalb mit Vlies gegen Frost geschützt. Gleichzeitig wärmt das Vlies die Kartoffeln und verringert deren Vegetationszeit. So ist es schließlich möglich, im Juni schon nach 90-120 Tagen die ersten Kartoffeln zu ernten. Im Gegensatz zu den späteren Lagerkartoffeln besitzen die unreif geernteten Frühkartoffeln bei der Ernte noch ihr Laub. Sie besitzen deshalb im Vergleich auch weniger Stärke, nämlich 12-13 anstelle von 14-16 Prozent.

Das besondere an Frühkartoffeln ist ihr feiner Geschmack und ihre zarte Schale. Die unausgereifte Schale ist zu dünn, um die Knolle ausreichend vor Licht und Austrocknung zu schützen, deshalb werden Frühkartoffeln häufig auch ungewaschen verkauft. Bei Kontakt mit Licht entstehen schnell grüne Stellen mit giftigem Solanin, die vor dem Verzehr großzügig entfernt werden sollten. Die empfindlichen Schale ist auch der Grund für die kurze Lagerfähigkeit - höchstens 2 Wochen halten sich die Frühkartoffeln bei trockenen und kühlen Bedingungen. Dafür kann die hauchdünne Schale der Frühkartoffeln einfach abgerieben werden, das mühsame Schälen entfällt.

Einfach lecker: Frühkartoffeln frisch auf dem Markt kaufen, kochen und zusammen mit Butter und Salz genießen - ein kulinarisches Highlight im Juni!

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Eisheilige

Eisheilige

Gundelfingen, 15.05.2019: Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophie – die Gedenktage dieser Bischöfe und Märtyrer kennen wir als die „Eisheiligen“. Bauernregeln wie „Pankraz, Servaz, Bonifaz, machen erst dem Sommer Platz“ oder „Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist“ warnen seit Jahrhunderten vor gefährlichen Spätfrösten in der Zeit vom 11.-15. Mai.

Bei den Eisheiligen handelt es sich um eine meteorologische Singularität, eine regelmäßig wiederkehrende Wetterlage. Grund für die Kälteeinbrüche ist die schnelle Erwärmung der Luft über dem europäischem Festland. Die Luft über den Ozeanen erwärmt sich langsamer, was zu einer Temperaturdifferenz führt. Die Luftmassen verschieben sich, warme Strömungen ziehen nach Norden und saugen kalte Polarluft aus Nordosteuropa an. Sind die Nächte sternenklar kann es zu Bodenfrost kommen.

Möglicherweise sind die Bauernregeln zu den Eisheiligen in der „Kleinen Eiszeit“ vom 15.-19. Jahrhundert entstanden, als die Wahrscheinlichkeit für Spätfröste Mitte Mai noch sehr hoch war. Die Bauern konnten erst nach den Eisheiligen mit ihren Aussaaten beginnen, entsprechend kurz war die Vegetationsperiode. Seit Ende der kleinen Eiszeit und mit Beginn der Klimaerwärmung wurden Spätfröste Mitte Mai seltener. Dennoch gibt es sie auch heute noch regelmäßig, tendenziell jedoch etwas früher im Jahr. Das gibt uns Gärtner die Möglichkeit zu früheren Aussaaten und Risikosätzen, hat jedoch auch Nachteile: Blattläuse z.B. überwintern als Eier, einmal geschlüpft sind einige von ihnen Spätfrösten schutzlos ausgeliefert. Ausbleibende Spätfröste begünstigen demnach ihre Entwicklung. Dass Spätfröste eine echte Gefahr für den Wein-, Obst- und Gemüsebau darstellen können zeigt ein aktuelles Beispiel vom 21. April 2017: Ein Kälteeinbruch von -7°C verursachte vor allem bei Wein- und Obstbauern Millionenschäden.

Als Gemüsegärtner freuen wir uns auf die Zeit nach den Eisheiligen. Aussaaten und Jungpflanzen müssen nicht mehr geschützt werden, das mühevolle Auf- und Zudecken der Vliese hat ein Ende. Die Gewächshäuser müssen nicht mehr notgeheizt werden, um bereits gepflanzte Tomaten, Auberginen, Gurken oder Paprika zu schützen - am Klosterhof benutzen wir dafür Gasheizgebläse . Nicht zuletzt läutet das Ende der Spätfröste die lang ersehnte Saison des Fruchtgemüses ein: Endlich können Zucchini, Paprika, Tomaten, Gurken, Kürbis, Physalis und Melonen ins Freiland gepflanzt werden. Der Sommer kann kommen!

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ProSpecieRara-Setzlingsmarkt

ProSpecieRara-Setzlingsmarkt

Gundelfingen, 05.04.2019: Am Samstag, den 4. Mai 2019 findet bereits zum 7. Mal der ProSpecieRara-Setzlingsmarkt auf dem Gelände des Freiburger Mundenhofs statt. Die zahlreichen teilnehmenden Bio-Gärtnereien aus der Region sorgen von 10-15 Uhr für ein buntes Angebot an Setzlingen traditioneller Gemüsesorten, an Kräutern, Stauden und Saatgut. Freuen Sie sich u.a. auf 40 Tomatensorten, die als alte Gemüsesorten nicht auf industrielle Verarbeitung, sondern auf Robustheit und Geschmack gezüchtet wurden – ideal für den Haus- oder Balkongarten.

ProSpecieRara ist eine 1982 gegründete schweizerische Non-Profit-Stiftung zur Bewahrung gefährdeter Nutztierrassen und Kulturpflanzen. 2011 wurde zusammen mit der Stiftung Kaiserstühler Samengarten die gemeinnützige GmbH ProSpecieRara Deutschland gegründet. Über die Jahre entstand ein Netzwerk von über 3000 Privatpersonen und Institutionen, die Zuchttiere, Obstbäume und Gemüse betreuen und züchten. Darüber hinaus setzt sich ProSpecieRara mit zahlreichen Projekten für die Erhaltung der biologischen Vielfalt und unseres kulturhistorischen Erbes ein.

Auch am Klosterhof bauen wir ProSpecieRara-Sorten an. In unserer Tomatenauswahl finden Sie z.B. Sorten wie 'Berner Rose', 'Ochsenherz', 'Gezahnte Bührer-Keel', 'San Marzano' oder 'Amish Pasta'. Darüber hinaus produzieren wir Kohlrabi der blauen Sorte 'Blaro' für Alnatura. Im Grunde ist es nämlich ganz einfach: Alte Sorten erhält man am besten, indem man sie isst!

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Schlepperwartung

Schlepperwartung

Gundelfingen, 10.03.2019: Der Winter ist für GärtnerInnen eine Zeit der Erholung. Das heißt jedoch nicht, dass es in der Gärtnerei nichts zu tun gäbe. Im Winter warten wie in jeder anderen Jahreszeit wichtige Aufgaben und die Erfahrung zeigt: wer sich jetzt nicht die nötige Zeit nimmt bereut es in der geschäftigen Hauptsaison. Neben dem winterlichen Tagesgeschäft wie dem Ernten des Wintergemüses und dem Beschicken der Märkte sind es vor allem Aufgaben wie Saisonrückblick, Anbauplanung, Wartungsarbeiten und Saisonvorbereitungen, denen besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte. Eine dieser Wartungsaufgaben ist die jährliche Schlepperwartung - unsere wichtigsten Arbeitsmaschinen sollen uns während der Saison schließlich nicht im Stich lassen.

Der Klosterhof besitzt mehrere Fendt-Geräteträger (Baujahr 1964-1984) zum Ernten, Hacken und Aussäen, die jährlich mit Unterstützung unserer Azubis gewartet werden. Der Staub der letzten Saison wird aus den Filtern und Kühlrippen entfernt, die Menge und Qualität der Betriebsstoffe werden kontrolliert und die Gelenke geschmiert. Sensible Teile wie Keilriemen und Schläuche werden geprüft und die Elektrik durchgecheckt.

Die Arbeit verlangt Sorgfalt, Geduld und Erfahrung. Am Ende des Tages bleibt neben dem neu erlangten Verständnis ein Gefühl der Zufriedenheit: die nötige Arbeit ist nach bestem Wissen und Gewissen getan, die Funktionstüchtigkeit unserer geschätzten grünen Arbeitsgeräte ist für ein weiteres Jahr gesichert.

Mit anderen Worten: Der Frühling kann kommen!

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